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Michael Kegler, tradutor e jornalista, responsável pelo site www.novacultura.de

 

der mann im mond ist tot

aber nicht alles war schlecht

… nu isser tot, der König aller Popmusikanten. Ist es schon wieder eine Woche her? Und den Jahrestag der Mondlandung hat der Mann, der seinerzeit den »Moonwalk« erfand, auch nicht mehr erleben dürfen.

Aber ich. Und irgendwie fand sich in meinem Plattenschrank auch eine LP von Michael Jackson (ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wie sie dort hineingekommen ist). Ich legte sie auf, weil ich meinen Kindern »Thriller« vorspielen wollte, erwischte die falsche Seite und es erklang »Wanna be starting something«, ja, das kannte ich auch. Und den Refrain? Den auch irgendwie, doch das war doch … das ist doch …

… jaaaa, werden Musikspezialisten jetzt gähnen, das ist »Soul Makossa« von Manu Dibango, und Manu Dibango hat Michael Jackson auch ordnungsgemäß dafür verklagt, dass er dieses Stück ohne zu fragen kopiert hat.

Ich wusste das alles nicht, und auch nicht, dass Michael Jackson, der hampelnde König der Popmusik schon 1982 Weltmusik gesampelt hat, als die meisten von uns noch gar nicht wussten, was das ist. Warum auch, denn Manu Dibango gilt mit "Soul Makossa" als Erfinder der Disco-Musik. Jawohl! Nicht die Amis waren das, sondern ein Kameruner, und zwar schon 1972:



Und so klingt das 10 Jahre später, nach Amerika zurückgekehrt:



Aber Jackson war nicht der einzige, wie man weiß (und wenn man genau hinhört):



Und ich lernte »Soul Makossa« erst 1999 kennen, als ich in Lissabon die legendäre und immer noch empfehlenswerte Platte »Wakafrica« kaufte, auf der Manu Dibango auch mit Bonga zusammen spielt.

Und das reicht als Aufhänger für einen langen Text auf novacultura?
Ja und nein, denn nochwas hatte ich vergessen: Warum wohl heißen in Brasilien mittlerweile Tausende Jungen Maicou?



Ja, er war nicht immer schlecht, der Herr Jackson - wenn es um das Kopieren von guten Sounds geht.

Doch da die Welt rund ist (wie man spätestens seit Apollo und der Mondlandung weiß), covert Brasilien zurück. Und das natürlich am allerbesten.



Nu isser tot, der Mann im Mond. Aber schlecht war er nicht. Nein, im Gegenteil, er hat so manches Gute auf den Weg gebracht.
Friede seiner goldenen Urne.

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