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14.08.2009 2020-2010 … Luanda?
Agualusas jüngster, im Mai erschienener Roman (der in Portugal bereits in der dritten Auflage lieferbar ist), führt uns nach Luanda ins Jahr 2020. Und wie immer bei solchen recht kurzfristig terminierten Zukunfstromanen, stellt sich die Frage, wieviel Science und vor allem Fiction enthält er – oder eben doch nicht. Wer nun glaubt, das alles sei das gern bemühte "Panoptikum", das eine überbordende Fantasie (s. tropisches Barock!) auf das literarische Tableau eines Zukunftsromans gehoben hätte, irrt. Den "traditionellen" Psychiater gibt es wirklich, die vom Kriege verstümmelten sind leidlich bekannt. Das mit dem Waffenhandel, der Mafia und der Regierung muss kaum noch erwähnt werden. Nicht nur in Angola. Selbst für den gefallenen Engel findet sich eine Erklärung am Ende. Agualusas tropisches Barock hat so gar nichts von der behäbigen Gemütlichkeit in der Sonne dahinschlummernder Altertümer. Sein Luanda ist überbordend, schillernd, grotesk, unzeitgemäß, das alles, aber zugleich leider auch ungeheuer aktuell. Mehr als das: In den neunziger Jahren sprach man in Amerika von der "Brasilianisierung" der Gesellschaft als Schreckensvision für die Zukunft. Das war gestern und vielerorts scheint man dort inzwischen angekommen zu sein. Der Schauplatz dieses Romans ist unverkennbar Luanda 2010. Ein Zukunftsroman könnte es dennoch sein, ist zu befürchten. Michael Kegler José Eduardo Agualusa: Bitte teilen Sie uns und allen Besuchern von nova cultura! Ihre Meinung zu diesem Artikel mit.
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